Andreas Geistlich
Andreas Geistlich

Gedanken zum Thema Innovation

14.03.2015
 
Meine Gedanken zum Thema Innovation
Votum am Podium des HEV in Dietikon am 12. März 15
 
In der Politik stelle ich fest, dass das Zauberwort „Innovation“ immer wieder als Allerheilmittel gepriesen wird: als zentralen Faktor für Zürich als Wirtschaftsmotor der Schweiz, als Hoffnungsträger für die energetische Revolution (bsp. Stromspeicher!) oder -ganz aktuell- als Wunderwaffe der Schweizer Firmen gegen den starken Franken. Was müssen wir also tun, um Innovation zu ermöglichen?
 
Wer nach Innovation ruft, der sollte sich als erstes bewusst sein, dass Neues häufig aus Altem entsteht. Das heisst Innovation geht nicht nur von einem hervorragenden Bildungswesen, zugewanderte Spezialisten und einem grossen Innovationspark aus, sondern mindestens in gleichem Masse von den bestehenden Firmen, vom Know How und der Substanz des integrierten und intakten Werkplatzes! Und den haben wir in der Schweiz, und den gilt es zu bewahren! Das ist eine politische Aufgabe!
Nur ein Hinweis: über 13 Mia. Franken haben Private im Jahr 2013 in Forschung und Entwicklung investiert. 13 Mia. In die Zukunft unseres Landes.
 
Als zweites weiss ich aus eigener Erfahrung braucht es Ausdauer bis Ideen letztendlich auf den Markt kommen. Und man muss leider feststellen: die Zeiten werden immer länger. Es erhöhen sich die Aufwendungen für Regulierungen, Zulassungen, Vorschriften usw. Der Weg zum Erfolg wird immer länger und gleichzeitig immer steiler! Wenn das so weiter geht, werden sich bald nur noch Grosskonzerne Innovationen leisten können.
 
Als drittes sei der Hinweis erlaubt, dass die Bereitschaft, solch lange und steile Wege, und solche Risiken auf sich zu nehmen, auch einen Anreiz braucht für die Unternehmer. Wenn man Innovation und Unternehmertum fördern will, dann muss man sich darum auch fragen, was denn eigentlich die Motivation für diese Leute ist.
 
John Bennett, ein englischer Philosoph hat einmal jemand gesagt: „Die Motivation für Menschen, ein Risiko einzugehen ist die Freiheit, die sie durch ihr eigenverantwortliches Handeln gewinnen.“ Und er hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Übersetzt heisst das:
Die Motivation für Unternehmer, Risiken einzugehen, innovativ zu sein, zu investieren, Leute einzustellen usw. ist die unternehmerische Freiheit, die sie so gewinnen können.
 
Wenn wir also Innovation und Unternehmertum fördern wollen, dann müssen wir als allererstes die unternehmerischen Freiheiten bewahren, weil: das ist der wahre Lohn für die Unternehmer.
 
Ein zweiter Anreiz ist auch das Eigentum. Wer nicht über das verfügen kann, was er sich erarbeitet hat, der wird keinen unternehmerischen Einsatz zeigen. Und sie als Hauseigentümer wissen das genauso gut wie ich: das Eigentum ist heute unter Dauerbeschuss!
 
Mindestlohn, 1:12, Bonzensteuer, Erbschaftssteuer, aber auch eine allfällige Kapitalgewinnsteuer im Zusammenhang mit der USTRIII usw.: dies alles ist also Gift für den Werkplatz Schweiz, nicht nur weil sie einfach Geld kosten, sondern weil sie die Anreize für Unternehmertum reduzieren. Das ist das wahre Gift! Und darum habe ich diese Vorlagen alle bekämpft, oder werde sie noch bekämpfen.
 
Innovation ist ein Teil unserer Zukunft. Wer sie behindert sägt auf dem Ast auf dem wir sitzen! Wenn wir weiterhin gute Rahmenbedingungen für Innovation haben möchten dann ist der Weg vorgezeichnet:
 
1.     wir müssen dem Werkplatz Schweiz als integrale Plattform, das heisst von der Grossbank bis zum Gewerbebetrieb Sorge geben als Boden, auf dem neues entstehen kann
2.     Wir müssen die Firmen von bürokratischen Leerläufen verschonen und
3.     Wir müssen die Anreize des Unternehmertums bewahren.
 
 
12. 3. 15 / AG

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